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Meine ersten Kindheitserinnerungen an Hortensien

Sehe ich Hortensien, denke ich an die alte Dorfkapelle in unserem winzigen Westallgäuer Weiler. Die Wirtin des benachbarten Gasthauses kümmerte sich nach Kräften um Marienkapelle, hütete den Schlüssel zur Kirchenpforte und sorgte auch immer für frische Blumen am Altar. Im Sommer standen dort stets zwei riesige Hortensien. Das kühle Kirchenschifflein und dazu der helle Platz am Altar taten den Hortensien in ihren Tontöpfen sichtlich gut. Denn wann immer ich zufällig des Weges kam und nachschaute, standen und blühten sie dort so prächtig wie eh und je.

Leider keine Hortensien im Garten meiner Kindheit

Zu Hause in Mutters Garten gab es dagegen leider keinen Platz für die wunderschönen, barocken Rundungen der Hortensie. Mutter mochte es mehr pragmatisch. Sie baute 32 Jahre lang Gemüse, Obst und Beeren auf zweitausend Quadratmetern Garten an. Allenfalls im Frühling gönnte sie sich einfache Tulpen und Narzissen in ihrem riesigen Vorgarten. Der Rest des Gartens sollte für irgendwas zunutze sein, wozu der Vater stets betonte „wenn die Zeiten schlecht werden, kommt auch der letzte Rest der Wiese weg und dann werden eben Kartoffeln, Kohl und Möhren angebaut.“


Mutters späte Lust an hübschen aber „unnützen“ Blumen und Gehölzen

Mutters Meinung über ihr bis dahin eingeschränktes Blumen-Zeitkontingent änderte sich erst in späteren Jahren, als das große Haus immer leerer wurde, ihre Kräfte immer weiter schwanden und keiner mehr da war. Weder für die groben Arbeiten, noch zum Vertilgen der riesigen Gemüsemengen. Erst als sie sich vom Allgäuer Haus und dem riesigen Garten lossagte und mit 67 Jahren hier in Franken in unserem Mehrgenerationenhaus ganz neu anfing, sollte und durfte es ein reiner Blumengarten sein. Hortensien gehörten ab dann natürlich mit dazu.

Rosa Hortensien im Garten

 


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Das hat geklappt. Vielen Dank.