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Psst … auch dieses Jahr wachsen wieder dutzende verbotene Mohnblumen in meinem Garten. Rund um den Kompost stehen sie besonders gerne. Aber auch in den Blumenbeeten rund ums Haus tummeln sich die hübschen Naturburschen mit ihren rosa und violetten Blüten. Ihre Vielfalt ist enorm. Manchmal entdecke ich winzige, blühende Schlafmohnblumen, die kaum höher als zwanzig Zentimeter sind. Und dann sind es wieder imposante Pflanzen mit gut ein Meter fünfzig. Die Trockenheit im Juni hat den Mohnblumen sichtlich nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Und so gesehen wundert es auch nicht, wenn Bauern in Afghanistan lieber Schlafmohn anbauen als empfindlichere und anspruchsvollere Gewächse. Dabei soll auch dort inzwischen ein Umdenken stattfinden und die Afghanen satteln um auf Rosenöl. Dieses ätherische, wohl duftende Öl ist schließlich noch kostbarer als Opium und die weltweite Kosmetikindustrie ist ein dankbarer Abnehmer dafür.

Schlafmohn ist eine wilde Schönheit mit ehrenhaften Absichten.

Das aber ist alles große Weltpolitik. Mit den Mohnblumen in meinem Garten hat das jedoch nichts zu tun. Die Blumen blühen alleine ihrer Schönheit wegen und wenn sie vorbei ist, erfahren ihre Blüten als Motiv für Leinwandbild, Kissen ein neues, völlig anderes Leben. Berauschend? Vielleicht, aber niemals gesundheitsgefährdend und alleine darauf kommt es an.


Bleibt die Frage, wie Mohn in den Garten kommt, ohne dass man ihn dort explizit ansät, denn das ist bei Schlafmohn gesetzlich verboten – es sei denn, man holt sich dafür eine offizielle Lizenz für zehn Quadratmeter Anbaufläche und den Samen der morphinarmen Sorte Mieszko oder Zeno Morphex gleich mit. Die Lizenz für Privatpersonen und für einen Anbauzeitraum von maximal drei Jahren kostet 75.- €

Was können die Österreicher, was Deutsche nicht können?

Andererseits schaffen es die Österreicher im Waldviertel problemlos Felder voller Schlafmohn anzubauen für Mohnkuchen, Mohnbrötchen, Germknödel und Co. Gleichzeitig müssen deutsche Bäcker Mohnsaat aus Österreich oder der Türkei importieren. Wenn begehrter Speisemohn bzw. Schlafmohn bei uns genauso gut wächst und oben angegebene Sorten ohnehin morphinarm sind, dann sollte dem hiesigen Anbau eigentlich nichts im Wege stehen. Oder schützen Österreicher ihre Felder etwa besser vor Missbrauch? Trauen deutsche Behörden unseren Bauern den verantwortungsvollen Umgang mit dem Naturprodukt nicht zu?

Mohn gehört zu den ältesten und wirksamsten Kultur- und Heilpflanzen überhaupt. Ihn aus den Gärten per Gesetz verbannen zu wollen, ist unsinnig und unmöglich zugleich.

Weitere Blumenbilder mit Mohn in vielen Variationen


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Das hat geklappt. Vielen Dank.

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