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Erinnerung an Mutters Lieblingsblumen

Was für mich Rosen sind, waren für meine Mutter Gladiolen. Für sie war ein Sommer ohne Gladiolen undenkbar. Ein Irrtum, der nur dann passieren konnte, wenn sie zwischen April und Mai vergaß, die Zwiebeln in die Erde zu stecken. Sowas passierte allerdings nur in Mutters letzten Lebensjahren, als ihre Demenz schon deutlich fortgeschritten war. Damit sie dennoch nicht ohne Gladiolen sein musste, übernahm ich beizeiten das Stecken der Zwiebeln – allerdings nach Mutters bewährtem Rezept.

Bitte nicht alle Blumenzwiebeln auf einmal setzen.

Mutter bester Tipp in Sachen Gladiolen war: Nicht alle Zwiebeln auf einmal zu setzen, sondern versetzt mit ein paar Tagen Abstand. So wie sie gesteckt werden, so blühen im Sommer die Gladiolen auch nacheinander auf und verlängern damit die Blütezeit der Gladiolen insgesamt.


Gladiolen sind elegante Schnittblumen für die Vase.

Gladiolen sind in Stauden- und Rosenbeeten ziemlich schwierig zu integrieren. Einerseits knicken voll erblühte hohe Sorten gerne ab und müssen deswegen gestützt werden. Andererseits eckt ihr steifer Habitus überall an. Deswegen und weil Gladiolen elegante Schnittblumen für die Vase sind, setze ich sie immer ein bisschen versteckt in den Hintergrund. Dort wachsen sie auch ohne Stütze heran und werden geschnitten, sobald die unterste Blüte Farbe zeigt und sich öffnet.

Tipp: Wählen Sie lieber halbhohe Sorten anstatt der hochgezüchteten riesigen Schmetterlingsgladiolen. Halbhohe Gladiolen sind im Garten leichter zu integrieren und wesentlich stabiler in der Vase.

Gladiolen entsorgen oder überwintern im Keller?

Mutter behandelte Gladiolen wie Einjährige und kaufte sich jedes Jahr neue Zwiebeln. Das macht weniger Mühe und die Gefahr, sich Tripse oder Schimmel mit den Zwiebeln in den Keller zu holen, ist auch gebannt. Letztes Jahr blieben zufällig zwei, drei Gladiolenzwiebeln in der Erde und siehe da, im Frühling trieben sie munter wieder aus, was sicher dem milden Winter geschuldet war. Denn von Haus aus sind die afrikanischen Schönheiten bei uns nicht ausreichend winterhart. Zumindest nicht außerhalb der Weinanbaugebiete.

Wer Gladiolenzwiebeln behalten möchte, schneidet sie im Herbst etwa 10 cm über der Erde ab und gräbt die Zwiebeln aus. Anschließend kommen sie zum Trocknen einige Tage auf Zeitungspapier, am besten draußen an einer schattigen, luftigen Stelle. Überwintert werden die Zwiebeln schließlich im Keller bzw. frostfrei und dunkel, einlagig ausgelegt auf einem Regal und auf einer Lage Zeitungspapier. So wie Dahlienknollen eben auch.

Zur Gladiolen-Kollektion


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Das hat geklappt. Vielen Dank.

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