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Meine Bart-Iris lässt sich ihren großen Auftritt nicht nehmen: Erduldet Gewittersturm und Kälte und glänzt danach in der Abendsonne, als wäre nichts gewesen. Über die gute, alte Bart-Iris und ihre opulenten Schwestern mit dem Diven-Gen.

Die Bart-Iris ist wie geschaffen für extrem trockene Standorte

Eigentlich ist die Bart-Iris (Iris barbata) eine Sonnenanbeterin. Sie mag kargen, trockenen Boden und hat deswegen meinem knallheißen Südhang für sich zum besten aller möglichen Standorte erklärt. Bis ein kleiner Tuff geschenkter Bartirisse dort oben wuchs, hätte ich das kaum für möglich gehalten, aber nun gut. Solange keine von ihnen zu hoch hinaus will und deswegen umkippt, dürfen sie das oberste Hangbeet gerne in Beschlag nehmen. Ernsthafte Konkurrenz haben sie dort oben ohnehin höchstens noch von Katzenminze, Teppichsedum, Thymian und Lavendel. Nebenan wachsen noch Pfingstrosen und Türkischer Mohn. Alle anderen Pflanzen tun sich dort mit knallheißer Mittagshitze im Sommer und Schotterboden ziemlich schwer.


Die Bartiris ist eine erstaunliche Überlebenskünstlerin

Das liegt wohl an dem raffinierten Speicherorgan der Iris. Das Rhizom, die knollenartige Verdickung zwischen Wurzeln und Blätteransatz, muss beim Pflanzen oberhalb der Erde liegen, nur die Wurzeln kommen in die Erde. Manch Garteneuling mag sich darüber wundern, aber die Iris will das so und kommt damit auch bestens zurecht. Einmal gepflanzt will sie ohnehin am liebsten nur noch in Ruhe gelassen werden: Knollen in der Sonne, Wurzeln im trockenen Boden, Schwerter im Wind. Was die Bart-Iris auf keinen Fall mag sind übereifrige Gärtner, die ihr an die Hacken gehen.

Gepflanzt wird nach der Blüte, mitten im Sommer

Meist wachsen Bart-Irisse so dicht, dass zwischen den Rhizomen kein Unkraut mehr Platz hat. Wenn doch: Mehr als vorsichtiges Herausziehen mit den Fingern ist wirklich nicht drin. Blöd nur, wenn sich tatsächlich ein dicker Löwenzahn hineingequetscht hat. Dann hilft nur noch komplettes Ausgraben der Bart-Iris, teilen und neu pflanzen – aber bitte erst nach der Blüte, also zwischen Juli und August. Die Iris legt dann sowieso eine Pause ein, beste Zeit sie zu teilen und zu pflanzen. Bei der Gelegenheit schneidet man die verblühten Stängel der Bart-Iris so tief wie möglich ab und wer mag, kappt bei der Gelegenheit die Blätter schräg wie Fächer. Diesen Tipp habe ich aus einem englischen Gartenratgeber: Gekappte Iris sehen hübscher aus, werden nicht von Pilzen befallen und treiben anschließend ohnehin noch einmal frisch und munter aus.

Ausgefallene Bart-Iris-Diven gibt’s nur für sehr viel Geld

Meine geschenkte Bart-Iris stammt hier aus dem Dorf und gehört sicher zu den robustesten und einfachsten Prachtstauden, die man sich wünschen kann. Doch die Welt dreht sich weiter und die Ziele internationaler Iris-Züchter wurden in den letzten Jahrzehnten immer verwegener. In Spezialgärtnereien werden inzwischen Bart-Irisse mit zum Teil pompösen Blüten und in spektakulären Farbkombinationen feilgeboten. Die Iris-Anbeter sind nimmersatt und die Preise für neue Züchtungen entsprechend hoch. Seien Sie vorsorglich gewarnt: Schöne Iris-Blüten verführen nicht nur bekennende Iris-Fans.

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