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Tulpe Ballerina stand schon im Garten, als meine Mutter noch lebte. Sie hatte diese lilienblütigen, mittelspäten Tulpen an einer prominenten Stelle am Rand des Gartens gepflanzt. Zu ihren schlanken, hohen Beinen wallten gelber Steinbrech, Blaukissen und schneeweiße Schleifenblumen die Gartenmauer hinunter und sorgten mit ihren dichten Polstern dafür, dass sich die Tulpen wie tanzende Ballerinen fühlen durften, leichtfüßig schwebend auf einem weichen Pflanzenteppich.

Mein Frühlingsgarten mit Tulpe Ballerina ist bunt

Auch wenn die Anzahl der Tulpe Ballerina im Laufe der Jahre abnimmt, ein bisschen Schwund ist immer, so lohnt sich der Kauf auf jeden Fall. Deswegen tanzen die Ballerinen inzwischen auch in meinem Garten. Zusammen mit Purple Dream und hohen weißen Tulpen bilden sie ein hübsches Ensemble. Polsterpflanzen in der Gartenmauer und entlang der Gartentreppe fehlen genauso wenig wie hunderte Traubenhyazinthen. Die blauen Winzlinge büxen gerne aus und nehmen überhand aber ich mag sie trotzdem gern. Frühling muss so sein: bunt, überschwänglich und sehr lebendig. Tulpe Ballerina gehört auf jeden Fall dazu.


Tanzende Tulpe Ballerina im bunten Frühlingsgarten

Tanzende Tulpe Ballerina im bunten Frühlingsgarten. Im Hintergrund Tulpe Purple Dream.

Mit allem hat die Gärtnerin gerechnet, nur nicht mit einem rabiaten Enkelkind.

Das war auch meine Empfehlung an die Tochter, als sie sich letztes Jahr anschickte, ihren eigenen Garten mit Tulpen zu bestücken. Der Aufwand hat sich auch gelohnt, ihr Stadtgarten verwandelte sich schon in kürzester Zeit von Koniferengrün zu bunt. Mittendrin auch Tulpe Ballerina. Und dann kam das fünfjährige Enkelkind und köpfte in einem unbeobachteten Augenblick die ganze Frühlingspracht. Was für ein Drama einen Tag vor Muttertag.

Das Kind, so ist zumindest die erklärende Vermutung, spielte Ritter und schlug mit Mutters Handschaufel erbarmungslos zu. Noch in dreißig Jahren wird diese Anekdote vermutlich jedes Familienfest erheitern. Bis dahin wird der junge Mann hoffentlich rasch lernen, was die wahren Aufgaben eines ehrhaften, tapferen Ritters sind: Leben zu bewahren und zu schützen.

Da kommt wohl noch eine Menge Erziehungsarbeit auf die Eltern und alle Beteiligten zu.

Weitere Blumenbilder mit allerlei schönen Tulpen


4 comments

  1. 15.05.2017 at 12:38 Mara

    Oje, aber versuch es mal positiv zu sehen. Die Tulpen leiten nun ihre ganze Kraft in die Zwiebeln, um im nächsten Jahr besonders schön zu blühen.
    Herzliche Grüße Mara

    • 15.05.2017 at 13:07 Fiona Amann

      Genau das ist die richtige Einstellung, Mara. In Holland mähen Tulpenbauern ihre blühende Tulpen sogar mit dem Mäher ab und verkaufen danach ihre Tulpenzwiebeln für teuer Geld.

  2. 16.05.2017 at 13:37 Eva Schumann

    Oh je, da ist der Schmerz der Gärtnerin im ersten Moment groß, aber vielleicht wollte das Kind ja Blumen für Muttertag pflücken und die haben ihm am besten gefallen?

    Ich muss in unserem gemeinschaftlich genutzten Garten eines Mehrfamilienhauses auch mit solchen Schäden leben – mal knickt ein verschossener Ball eine meiner Lieblingsstauden und oder es kullern die Töpfe über die Terrasse. Im Frühjahr 2014 waren über Nacht alle Tulpenblüten weg (nicht nur ab, sondern auch weg) – ebenfalls hoch abgetrennt. Damals hatte ich zunächst ein paar StudentInnen, die am späten Nachmittag noch im Garten gefeiert hatten, in Verdacht. Doch inzwischen denke ich, es war vielleicht ein Kind und ein größeres Geschwister hat die Beweisstücke aus Angst vor Strafe schnell entsorgt (alle Eltern kamen hinterher zu mir, dass ihre Kinder das nicht waren, dabei wäre ich Kindern ja nicht böse gewesen, hätte es nur erklärt).

    Kinder machen halt Fehler (ich soll als Kind mal alle Bilder genommen und vom Balkon geworfen haben), aber sie sind auch lernfähig. Solange es nicht um absichtliche Zerstörung geht … aber dann wäre das ganze Beet verwüstet gewesen.

    Nächstes Jahr kommen die Tulpen ja wieder!

    Liebe Grüße

    Eva

    PS: Das ist aber ein witziger Zufall, dass wir beide Fans von ‚Purple Dream‘ und ‚Ballerina‘ sind. Ich bin erst 2013 auf der Suche nach etwas späteren Sorten bei Gaissmayer auf die beiden gestoßen – sie sollten bei mir nach der Romantikmischung blühen. Das klappt auch, obwohl ich gedacht hatte, sie seien noch etwas später.

    Aber die frühe Minitulpe ‚Violacea Black Base‘ hatte ich bei dir gesehen und dann danach gesucht, bis ich sie gefunden habe. Die Farbe liebe ich ja auch, besonders, wenn es dann noch einmal schneit. Die hat sich bei mir dieses Jahr aber leider gar nicht mehr gezeigt. Vielleicht gebe ich ihr noch einmal eine Chance und kaufe im Herbst neue..

    • 16.05.2017 at 15:22 Fiona Amann

      Violacea Black Base ist scheinbar etwas flüchtig, leider auch bei mir. Die Bestände schrumpfen, anstatt zu wachsen, dabei passe ich beim Arbeiten dort immer so auf. An einer anderen Stelle scheinen sie sich dagegen gut zu halten. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Trocken und durchlässig ist der Boden überall.

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