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Knallrot signalisiert dieser Tage Weihnachten, schließlich ist Dezember, da wimmelt es nur so vor Weihnachtssternen, roten Schleifen und Zipfelmützen. Im Sommer sieht die Sache dagegen anders aus. Zwar ist Knallrot im gepflegten Blumengarten auch eher rar gesät, doch sobald man Natur sich selbst überlässt, erscheint knallroter Klatschmohn so zuverlässig wie das Amen in der Kirche. Hinten an der Grenze zur großen Blumenwiese ist so ein Platz, an dem sich gerne Wildkräuter aller Art einfinden. Manchmal ist auch Klatschmohn wie dieser dabei. Dann flattert plötzlich etwas Rotes fröhlich im Sommerwind und zieht alle Blicke auf sich.

Knallroter Klatschmohn gegen das Vergessen

Mit dieser urwüchsigen Kraft gegen Tod und Verderben zu blühen hat sich Klatschmohn selbst ein Denkmal gesetzt. In englischsprachigen Raum symbolisiert Klatschmohn bzw. Remembrance Poppy gefallenen Soldaten und das geht zurück auf das Gedicht „In Flanders Fields“ und dem Grauen des Ersten Weltkriegs. Seither begleiten künstliche Mohnblumen Totengedenktage. Sie werden ans Revers oder in Trauerkränze gesteckt, zieren Kreuze und, wie zuletzt im Sommer 2014, den Burggraben des Tower of London. Dort wurden im Rahmen der Installation Bood Swept Lands and Seas of Red 900.000 künstliche Mohnblumen aus Keramik aufgestellt. Sehr beeindruckend. Wunderschön anzusehen und doch so beklemmend, weil eben jede Blume für einen gefallenen Soldaten steht.


The Tower of London with the evolving art installation 'Blood Swept Lands and Seas of Red'. The major art installation named “Blood Swept Lands and Seas of Red” consists of 888,246 handmade ceramic poppies, each poppy representing a British fatality during World War I and created by ceramic artist Paul Cummins and stage designer Tom Piper.

The Tower of London with the evolving art installation ‚Blood Swept Lands and Seas of Red‘.
The major art installation named “Blood Swept Lands and Seas of Red” consists of 888,246 handmade ceramic poppies, each poppy representing a British fatality during World War I and created by ceramic artist Paul Cummins and stage designer Tom Piper.

Nie wieder Krieg

Wäre es so einfach, gegen Krieg und für den Frieden einzustehen, müssten auch bei uns überall rote Mohnblumen stehen. Und nicht nur hier. Roter Klatschmohn müsste auf dem Roten Platz in Moskau stehen, in Kiew, auf der Krim und im Osten der Ukraine. Anstelle mit Weihrauch durch die Gassen zu ziehen, müssten Priester aller Religionen (nicht nur) an Weihnachten mit Mohnblumen durch Bethlehem, Jerusalem, Israel und Palästina ziehen. Das islamistische Mörderpack in Pakistan, Irak, Iran, Syrien und Nigeria müsste Waffen und Hass auf alles Menschliche gegen Mohnblumen eintauschen. Es gäbe so viele Länder und Orte auf der Welt, denen roter Mohn hervorragend stehen würde.

Frieden braucht keine Symbole

Nach 53 Jahren Blockade reicht Obama Kuba jetzt die Hand. Immerhin ein Anfang ist gemacht. Und wieder gibt es Enttäuschte, die dagegen protestieren und sich nicht von Hass und Wut lösen können. Doch für mich ist das die Botschaft des Jahres: Auch wenn fast mein ganzes Leben lang Kuba isoliert war, vergessen wurde es nicht. Die Hoffnung auf Frieden bleibt in dieser von Kriegen geschundenen Welt.


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Das hat geklappt. Vielen Dank.

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