Warum Zwerg-Dahlien?

Anders als opulente Schmuckdahlien bleiben Zwerg-Dahlien eher klein und kompakt. Sie werden im Laufe des Sommers nur etwa kniehoch, einzelne Exemplare bis 80 cm, und das hat viele Vorteile.

  • Mehr Abwechslung. Ich liebe bunt und setze deswegen Zwerg-Dahlien und andere Sommerblumen in verschiedenen Farben. Dadurch entsteht von ganz alleine ein spannender, abwechslungsreicher Blumengarten, der durchblüht bis zum Frost. Exakt so, wie Mutter Natur ihn vorgesehen hat.
  • Frühere Blüte. Dahlien sind die Königinnen des Herbstes, Zwerg-Dahlien werden bereits im Sommer zu Königinnen der Blumen ernannt. Egal ob gekaufte Pflanzen aus der Gärtnerei oder selbst gesät: die Zwerge blühen bereits ab Mitte Mai. Dann, wenn Schmuckdahlien normalerweise erst austreiben.
  • Mehr Futter für Insekten. Zwerg-Dahlien haben zumeist ungefüllte, offene Blüten und liefern Pollen und Nektar für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge und andere Insekten. Bienenfreundliche Dahlien gehören deswegen in jeden Garten. Je mehr, desto besser.
  • Mehr Blütenfülle: Zwerg-Dahlien blühen den ganzen Sommer und bis zum Frost überreich. Eine Blüte folgt der nächsten. Jede einzelne blüht zwar nur zwei, drei Tage aber danach folgen viele weitere. Zwerg-Dahlien stehen praktisch nie blütenlos da.
  • Viele Blüten für kleines Geld. Es macht schon einen finanziellen Unterschied, ob ich 10 Schmuckdahlien setze, oder sehr viele Zwerg-Dahlien. Eine Tüte Saatgut kostet nur 2 Euro und daraus ziehe ich 100 Pflanzen und mehr. Noch ein bisschen Erde, viel Liebe und zack kann ich Blumenbeete abwechslungsreich und bunt bepflanzen.
  • Viele Pflanzen für viele Blumenkästen. Schmuckdahlien ab 70 cm Höhe wachsen nur im Beet richtig gut, für Blumenkästen und Pflanzkübel eignen sie sich gar nicht. Ganz anders Zwerg-Dahlien. Sie gedeihen vortrefflich in Blumenkästen auf Balkon, Fensterbrett und auf Pflanzkübeln auf der Terrasse.
  • Weniger Aufwand. Schmuckdahlien sind toll, keine Frage. Aber das Vorziehen ab März ist und bleibt ein Kraftakt. Knollen in frische Erde topfen. Blumenkübel erst im Haus vortreiben, dann abhärten und dazu die getopften Pflanzen morgens raus und abends wieder rein wuchten. Je älter ich werde, desto schwerer fällt mir das Vorziehen großer Dahlien. Die Töpfe sind einfach schwer und ich bin nicht mehr so stark und agil wie mit 40. Ich bin 60+ und muss meine Kraft einteilen.
  • Kein Umknicken bei Wind. Während hohe Dahlien unbedingt Stützen brauchen und laufende frische angebunden werden, sind Zwerg-Dahlien ziemlich standfest. Erst im Spätsommer brauchen manche, sehr hoch gewordene Exemplare ein paar versteckte Bambusstäbe. Aber damit kann ich gut leben.
  • Kein Umfallen. Mein Vorgarten liegt am Hang. Hohe Pflanzen kann ich dort nicht setzen und auch ihre Pflege ist mühsam. Rauf, runter, festhalten, um nicht zu fallen. Ein Hangbeet hat spezielle Anforderungen an Pflanzen und an die Gärtnerin. Wenn Dahlien, dann nur unten oder oben am Rand und am Weg entlang. Alles andere artet in Arbeit aus.
  • Keine Mumien: Opulente Dahlienblüten bilden bei längeren Regenperioden oft schimmelige Mumien. Ganz klar, die Mumien müssen schnell raus, damit sich andere Dahlien nicht anstecken und Grauschimmel ungehemmt verbreitet. Bei Zwerg-Dahlien gibt es dagegen keine Mumienbildung. Bei Regen fallen Blütenblätter einfach ab und übrig bleibt nur der Samenstand.
Zwerg-Dahlie mit Hummel.

Rosa Zwerg-Dahlie mit Hummel.

Standort und Boden?

Zwerg-Dahlien lieben wie alle Dahlien einen warmen, sonnigen, windgeschützten Standort und guten, nahrhaften, kalkhaltigen gerne auch lehmigen Boden ohne Staunässe.

Boden verbessern: wie und mit welchen Hilfsstoffen?

Verbessern Sie sandigen Boden durch die Zugabe von Kompost, Perlite oder Bentonit.

  • Kompost verbessert das Bodenleben und reichert Gartenerde mit Humus und Nährstoffen an.
  • Perlite halten Feuchtigkeit im Boden und durchlüften zugleich den Boden. Perlit ist sehr preiswert, ein 100 Liter-Sack kostet um die 20 Euro und damit können Sie schon viel erreichen. Mischen Sie Perlite unter das Substrat für Pflanzgefäße, um sie leichter zu machen und um weniger gießen zu müssen. Mischen Sie beim Setzen Ihrer Pflanzen Perlite unter den Erdaushub oder unter die Pflanzerde. Auch hier sorgt der Hilfsstoff für eine bessere Durchlüftung der Wurzeln und dafür, dass Feuchtigkeit länger im Boden bleibt. Sie müssen seltenere Gießen und Hacken.
  • Bentonit ist ein fein gemahlenes oder gekörntes Tonmineral, das Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden bindet. Es verbessert die Wirkung von Dünger. Sandigen Boden kann / sollte man jährlich mit Bentonit verbessern. Anfangs in höherer Dosis, in den Folgejahren genügen kleinere Mengen.

Verbessern Sie tonigen Lehmboden durch die Zugabe von Sand. Je mehr Sand, desto magerer, also nährstoffärmer wird der Boden. Sand sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bodens und damit der Wurzeln.

Blumenbild Orange Halskrausen-Dahlie

Unperfekt aber trotzdem schön: orange Halskrausen-Dahlie

Dahlienbeet vorbereiten: wie und warum?

Bereiten Sie ein Dahlienbeet gut vor:

  • Lockern Sie Pflanzstellen für Dahlien tiefgründig.
  • Entfernen Sie Unkraut mit  einem langen Wurzel- oder Unkrautstecher, Zupfen genügt auf gar keinen Fall. Insbesondere sehr lästige Wurzelunkräuter wie Löwenzahn, Ackerwinde, Giersch, Gundermann, Günsel, Quendel, Quecken, Wegerich, Schachtelhalm oder Kriechender Hahnenfuß müssen restlos raus aus dem Beet. Jedes übrig gebliebenes Wurzelstück entwickelt sich rasch zu einer komplett neuen Pflanze.
  • Reichern Sie das Dahlienbeet mit Nährstoffen an. Wenn Sie ein neues Beet anlegen, fügen Sie Nährstoffe hinzu. Sie können Hornspäne verteilen, aber auch mineralisch-organischen Staudendünger oder Kompost. Richten Sie sich bei der Dosis an den Angaben auf der Packung. Verwenden Sie kein Blaukorn! Es schadet schon bei der Herstellung der Umwelt.
  • Ein gemischtes Staudenbeet, in dem da und dort oder am Rand entlang Zwerg-Dahlien wachsen sollen, düngen Sie dagegen selektiv. So bekommt jede Staude, jede Rose und jede Dahlie das, was sie wirklich braucht. Denken Sie bitte nicht, viel hilft viel. Zu viel Dünger wird ausgeschwemmt und landet dann im Grundwasser. Zu viel Dünger macht aber auch die Triebe weich. Sie werden instabil und zusätzlich empfindlich. Pilzerkrankungen greifen schneller an.

Zwerg-Dahlien pflegen: was ist wichtig?

Dahlien sind Starkzehrer und brauchen den richtigen Dünger zur richtigen Zeit.

Für die Grundversorgung mit Nährstoffen haben Sie bereits beim Pflanzen gesorgt (siehe oben).

  • Düngen Sie Zwerg-Dahlien ein zweites Mal mit Stauden- oder Tomatendünger Mitte / Ende Juni.
  • Wenn Ihre Dahlie schwächelt oder gelbe Blätter zeigt, gönnen Sie ihr eine Kopfdüngung mit flüssigen Blumendünger.
  • Zwerg-Dahlien im Blumenkasten düngen Sie beim Pflanzen Mitte Mai mit Langzeitdünger. Ab Mitte / Ende Juni düngen Sie am besten alle 14 Tage mit einem flüssigen Blumendünger.
  • Tägliches Ausputzen: Entfernen Sie Verblühtes unbedingt zeitnah, am besten täglich. Denn sobald Blumen Samen ansetzen, hören sie auf zu blühen.
  • Gießen Sie bei Trockenheit! Dahlien brauchen viel Wasser. Durst zeigen sie deutlich durch hängende Blätter an. Gießen Sie entweder früh morgens oder am Abend. Gießen Sie nur den Wurzelbereich und nicht die Blätter oder Blüten.

Morgens zu gießen ist besser, denn wenn Sie abends gießen, fördern Sie nachtaktive Schnecken. Die Kriechtiere brauchen feuchten Boden, um vorwärts zu kommen. Dahlien gehören zu ihren Leibspeisen.

  • Halten Sie das Beet unkrautfrei. Nennen Sie es Beikraut oder Unkraut. Wo es wächst, entzieht es anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe und sind damit Konkurrenten. Allerdings solche, mit viel mehr Durchsetzungskraft als Dahlien und andere Sommerblumen. Sie tun gut daran, Beikräuter selektiv, aber zeitnah zu entfernen. Wenn Sie einmal in der Woche ein Blumenbeet von Unkraut befreien, ist das schnell gemacht und artet auch nicht in Arbeit aus.
  • Bekämpfen Sie Schnecken! Nacktschnecken lieben Dahlien. In manchen Jahren kriechen sie sogar bis in die Blüten. Dagegen hilft auf Dauer nur eine nachhaltige, ausgeklügelte Anti-Schnecken-Strategie. Nebenan im Schwesterblog erkläre ich worauf es bei der Schnecken-Bekämpfung wirklich ankommt.
Rote Zwergdahlie leuchtet in der Sonne. Blumenbild auf Leinwand, Kunstdruck, Acrylglas oder Alu

Rote Zwergdahlie leuchtet in der Sonne. Blumenbild auf Leinwand, Kunstdruck, Acrylglas oder Alu

Welche Pflanzpartner zu Zwergdahlien?

Umgekehrt wird ein Schuh daraus!

Ich verwende Zwergdahlien um Blumenbeete schön und abwechslungsreich zu umranden. Im Blumenbeet wachsen und blühen derweil Sommerblumen und Stauden wie:

  • Kosmeen, Schmuckkörbchen, DIE Sommerblume schlechthin: Dauerblüher, vasentauglich, bienenfreundlich, pflegeleicht.
  • Kapuzinerkresse, das scharfe schöne Kraut hält Läuse von Dahlien fern!
  • Zinnien
  • Mexikanische Sonnenblume
  • Taglilien, perfekte Stauden für Anfänger, Kenner und Sammler. Variantenreich und pflegeleicht.
  • Einjähriger Rittersporn, erhält sich selbst im Garten. Die feine Sommerblume bildet keine Konkurrenz zur Dahlie, sondern umschmeichelt sie durch filigranen Wuchs, blauen, weißen und weißen Blüten.
  • Bechermalven
  • Patagonisches Eisenkraut, filigrane Blüten auf hohen Stielen. Perfekt für die zweite und dritte Reihe. Der Dauerblüher ist ein Bienen und Schmetterlingsmagnet.
  • Zwerg-Gladiolen, wilde Schönheiten im naturnahen Garten.
  • Hohe und schöne Fetthenne. Bienenmagnet mit späten Blüten. Wächst völlig unkompliziert auch bei Trockenheit und Hitze.
  • Herbstmargeriten, verspielte weiße oder zartrosa Blüten. Bienen- und Schmetterlingsmagneten mit später Blüte im Oktober.
  • Sonnenhut, Echinacea purpurea und Rudbeckia
Violette kleine, bienenfreundliche Dahlie mit offener Blüte

Violette kleine, bienenfreundliche Dahlie mit offener Blüte

Bilden Zwerg-Dahlien Knollen?

Ja, auch gesäte Zwerg-Dahlien bilden bis zum Herbst dicke Knollen, die Sie einfach überwintern können.

Zwergdahlien überwintern: wie und wo?

Mit dem ersten Frost ist es mit der Blütenpracht der Zwerg-Dahlien vorbei. Sie können sich dann entscheiden, ob Sie ihre dicken Knollen ausgraben und im Keller überwintern oder doch im Frühling wieder mit frischem Saatgut beginnen wollen.

  • Es lohnt sich die Knollen besonders schöner Zwergdahlien zu überwintern.
  • Graben Sie nach dem ersten Frost die Knolle vorsichtig aus. Am leichtesten gelingt dies mit einer Grabegabel.
  • Schneiden Sie die Stängel mit dem verwelkten Grün etwa 5-10 cm oberhalb der Knolle ab.
  • Lassen Sie die Dahlienknollen ein paar Tage auf einer Lage Zeitungspapier draußen im Schatten trocknen.
  • Schütteln Sie das Erdreich so gut es geht ab.
  • Legen Sie die Knollen in eine offene Obstkiste oder Eurokiste und lagern Sie sie den Winter über frostfrei, luftig und dunkel. Mein Heizungskeller mit Zwangsbelüftung ist ein sehr gutes Winterquartier für alle Zwiebel- und Knollenpflanzen.
  • Kontrollieren und lüften Sie gelegentlich das Winterquartier. Falls die Knollen schrumpeln, besprühen Sie sie mit Wasser. Falls die Knollen jedoch anfangen zu schimmeln, entsorgen Sie diese bitte umgehend im Restmüll.

Zwergdahlien in Pflanzgefäßen oder Blumenkästen können Sie auch im Topf im Keller überwintern. Schneiden Sie zuvor nur das oberirdische Kraut ab. Im April des kommenden Jahres beginnt dann die neue Dahliensaison mit dem Umtopfen in frische, gute Blumenerde.

Inspiration: Dahlien in meinem Garten

Rote Zwergdahlie im Herbst. Üppige Blütenfülle bis zum Schluss. So prächtige Zwerg-Dahlien dürfen gerne als Knolle im Keller überwintern.

Rote Zwergdahlie im Herbst. Üppige Blütenfülle bis zum Schluss. So prächtige Zwerg-Dahlien dürfen gerne als Knolle im Keller überwintern.