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Im August ist eine goldene Klettertrompete (Campsis Summer Jazz Gold Trumpet / Kultivar ‘Takarazuka Yellow’) auf meine Terrasse gezogen. Ich habe sie mir selbst zum Geburtstag geschenkt und freue mich bis heute an ihren hübschen pfirsich-gold-orangen Blüten. Sie steht in einem großen Baumkübel, doch so soll das nicht für immer bleiben. Diesen Winter werde ich sie sicherheitshalber noch in der Garage überwintern aber der Züchter sagt, sie gehört zur Klimazone 5, was immerhin – 26° bis – 23.3° C entspricht. Kälter wird es bei uns in Bierfranken bestimmt nicht und ihr Platz auf der Süd-Terrasse ist ohnehin sehr geschützt.

Campsis sind, je nach Art, unterschiedlich winterhart

Es gibt über die Klettertrompete sehr widersprüchliche Informationen, was den zwei unterschiedlichen Arten der Gattung Tropmetenbaumgewächse (Bignoniaceae) geschuldet ist. Da wäre zunächst Trompetenblume Campsis grandiflora aus China und Japan, die nur 4 bis 5 Meter erklimmt und etwas empfindlich ist, dafür aber wohl besonders schöne große Blüten hat. Aus Nordamerika kommt dagegen Trompetenblume Campsis radicans. Sie ist ein echtes Klettermonster und erreicht spielend 10 bis 15 Meter. Dementsprechend Platz braucht sie. Campsis radicans ist ausgesprochen robust und gehört zur Klimazone 5. Falls Sie mal in Franken sind: In der Baumschule Schmidtlein in Effeltrich können Sie mit eigenen Augen sehen, wie wild und robust Campsis radicans tatsächlich ist: Dort hat sie inzwischen nämlich den Kamin auf dem Dach der großen Halle erreicht und nimmt dort oben auch etliche Meter in der Breite ein. Ich gehe mal davon aus, dass in der Baumschule niemand Lust oder Zeit hat, die Klettertrompete auf dem Dach zu schneiden, oder etwa doch? Im August ist Dach ein einziges Blütenmeer, im Herbst sieht der umrankte Kamin dagegen so aus:


Klettertrompete auf dem Dach der Gärtnerei

Ebenfalls aus Nordamerika kommen die Hybriden Campsis x tagliabuana, einer Kreuzung aus Campsis radicans und Campsis grandiflora. Meine neue Klettertrompete ist eine dieser Hybriden und deshalb ist noch völlig ungewiss, ob sie nun eher 4-5 oder 10-15 Meter hoch wird. Zumal speziell diese Sorte noch ganz neu und erst 2012 in den USA patentiert worden ist. Größenangaben sind daher mit Vorsicht zu genießen. Immerhin wurde sie mir bereits im August blühend präsentiert und danach war klar: Die Schöne muss unbedingt mit.

Besonderheiten, Pflege und Schnitt der Klettertrompete

Das Erste, was mir bei meiner Klettertrompete aufgefallen ist: Sie lebt in einer Symbiose mit Ameisen. Gut für die Klettertrompete, denn die Ameisen halten von ihr alle Schädlinge fern. Schlecht für mich, denn die Ameisen bahnten sich binnen weniger Tage auch einen Weg in mein Büro. Mit Backpulver, Köder und Staubsauger bekomme ich das Problem allerdings recht schnell in den Griff. Nach dem Abfallen der letzten Blüte kann ich keine Ameisen mehr an der Pflanze entdecken.

Alle Teile der Klettertrompete Campsis sind giftig und verursachen bei entsprechend disponierten Personen Kontaktallergien. Man sollte also unbedingt Handschuhe anziehen, will man sie binden oder schneiden.

Klettertrompeten brauchen in den ersten Jahren guten Winterschutz, danach halten sie, je nach Art, bis zu -26°C aus (siehe oben).

Campis gedeihen auch in großen Kübeln, dann sollte der Boden aber besser nicht austrocknen.

Junge Klettertrompeten brauchen vier bis fünf Jahre, bis sie zum ersten Mal blühen. Sie ähneln darin Blauregen.

Klettertrompeten blühen am einjährigen Holz, das allerdings aus den zwei- oder mehrjährigen Trieben entspringt.

Schneiden Sie Klettertrompeten (ausschließlich) im Vorfrühling (Februar/März). Lassen Sie dazu etwa 5-10 cm lange Zapfen der vorjährigen Triebe stehen. An ihnen erscheinen recht bald neue Blütentriebe. Der Schnitt ähnelt dem des Blauregens.

Klettertrompeten bilden gerne Ausläufer (wie Blauregen) und/oder säen sich selber aus. Falls im Herbst tatsächlich Samenkapseln erscheinen, entfernen Sie diese, bevor sich die Samen im Garten selbst aussäen.

Um Wurzelausläufer zu vermeiden gibt es zwei Strategien:

1. Nicht düngen.

2. Im Kübel lassen, auch dann, wenn der Kübel im Boden eingelassen ist. Oder verwenden Sie eine sehr stabile Wurzelsperre.

Klettertrompeten sind Selbstklimmer und bilden auch Haftwurzeln aus. Weil sie jedoch im Laufe der Jahre sehr üppig werden, ist es besser, ihnen eine stabile Kletterhilfe anzubieten und sie dort in regelmäßigen Abständen anzubinden. Ganz nebenbei bestimmen Sie auf diese Weise die Wuchsrichtung der wüchsigen Kletterpflanze.

Ich bin jetzt erst einmal gespannt, wie gut meine Campsis über den Winter kommt und lasse mich nächstes Jahr gerne von ihrer Wüchsigkeit überraschen. Entweder ich erziehe sie zum Baum mit einer Krone oder ich begrüne damit eine ganze Wand. Falls Sie selbst eine Klettertrompete besitzen, berichten Sie bitte. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Erfahrungen.

 


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