Warum Taglilien teilen?
Wenn eine Taglilie schon länger im Beet steht, wird sie manchmal blühfaul. Wenn das geschieht, ist es gut, wenn man den Horst teilt und jedes Teilstück an eine andere Stelle pflanzt. Abgesehen davon machen Sie einer Gartenfreundin mit so einer schönen und pflegleichten Staude sicher viel Freude.
Taglilien sind perfekte Stauden für Anfänger (und Sammler)
Der Juli kann hierzulande ziemlich heiß und trocken sein doch das macht den Taglilien in der Regel nur wenig aus. Ihre Wurzeln sind enorm dicke Speicherorgane und darin speichern sie Wasser für trockene Zeiten. Das ist wichtig für Pflanzen, die gerne in praller Sonne stehen und auch auf schlechten Boden wachsen – wenn sie es denn müssen. Taglilien, bot. Hemerocallis, sind damit die perfekten Gartenstauden für Anfänger. Robust, blühfreudig, genügsam und durch teilen leicht zu vermehren.
Die Taglilie macht fast jeden Standort mit: trocken, karg, sonnig, Prärie pur oder halbschattig, fetter Lehmboden. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen Pflanzen, die gerade so überleben und solchen, die unter optimalen Bedingungen wachsen können. Erstere bleiben weit unter ihrer normalen Wuchshöhe zurück und bilden auch nur kleine, wenige Blüten aus. Gut genährte Taglilien stehen dagegen stramm und prächtig im Beet. Natürlich kommt es auch hier auf die einzelne Sorte an aber Pi mal Daumen werden die Hungerkünstler maximal nur halb so groß wie ihre vernünftig kultivierten Brüder und Schwestern im Beet.

Taglilie Crimson Pirate blüht in der sonnigen Gartenmauer aus Betonpflanzsteinen
Standort Taglilien im Halbschatten
Es macht auch einen Unterschied, ob Taglilien den ganzen Tag über in voller Sonne stehen oder vor der prallsten Mittagssonne geschützt in einem West- oder Ostbeet. Dort blühen sie nämlich erheblich länger und sind bisweilen auch kräftiger durchgefärbt.
Eine meiner Lieblingssorten „Tan“ wächst direkt an der Grundstücksgrenze in einem dieser hässlichen Betonpflanzsteine und obwohl der Platz an der prallen Sonne extrem und so begrenzt ist, gedeiht Tan äußerst prächtig. Der gesamte Topf ist durchwurzelt. Jedes Jahr nach der Hauptblüte nehme ich sie heraus, teile sie und setze sie mit frischer Pflanzerde zurück in den Betonpflanzstein.
Taglilien teilen wann und wie?
Nach der Blüte ist die beste Zeit, um Taglilien zu teilen. Dann weiß man nämlich noch ihre Blütenfarbe und schätzt auch ihre Gesamterscheinung besser ein. Wer diesen Zeitpunkt jedoch verpasst hat, kann man Taglilien auch im zeitigen Frühling nach ihrem Austrieb teilen. Dazu heben Sie am besten die ganze Pflanze aus dem Beet heraus, schüttelt den Wurzelstock so kräftig dass sich die Erde löst. Anschließend ziehen Sie mit den Händen kräftig die Pflanze in zwei oder mehr Teile. Die Wurzeln mit ihren verdickten Speicherorganen sind locker in einander verzahnt und lassen sich leicht auseinander nehmen.
Kürzen Sie vor dem Einpflanzen der Fächer (die so gewonnenen Teilstücke der Pflanze) auf wenige Zentimeter und pflanzen Sie sie in frische Erde. Nur noch angießen und abwarten. So geteilte und frisch gepflanzte Taglilien erholen sich schnell und überraschen oft sogar im nachfolgenden Herbst mit einer kleinen Nachblüte.
Wann blühen Taglilien?
Hemerocallis blühen von Mai bis Oktober. Durch geschickte Sortenwahl kann man den ganzen Sommer über und bis in den späten Herbst wundervolle Taglilien erleben. Wichtig ist dafür dieses überschaubare Maß an Pflege: Ein bis zwei Düngergaben (März + Mitte Juni) mit organischen Dünger und regelmäßiges Ausputzen während der Blüte. Das verhindert, dass bei Regen Verblühtes noch junge Knospen verkleben.
Taglilien nach der Blüte
Nach der Blüte ist die Show noch lange nicht vorbei, denn die robusten Stauden halten durch bis zum Frost. Vorausgesetzt, sie bekommen jetzt noch einmal einen extra Service: Dazu schneiden Sie alles was welk und verblüht ist bodentief ab. Sie können auch die gesamte Pflanze zurückschneiden. Danach geben Sie ihr einen Schluck flüssigen Blumendünger, gießen kräftig und zack erwacht sie zu neuen Leben. Taglilien treiben nach der Blüte noch einmal aus, manche Sorten remontieren sogar und blühen ein zweites Mal. Auf jeden Fall treibt die Staude mit frischen Blättern neu aus und bereichert so den Garten bis ganz zum Schluss.

















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