Gärtnern im Winter bedeutet abzuwarten. Erst ab März reicht das Licht, damit aus Sämlingen am Fensterbrett gesunde Jungpflanzen heranwachsen. Davor heißt es: Ruhe bewahren, Füße, Hände und Schere stillhalten und erstmal die neue Gartensaison planen. Gerne auch klassisch mit Stift auf Papier.

Gärtnern im Winter: Nichts tun, abwarten.

Ja, auch mir kribbelt es bereits in den Händen. Doch es hilft ja alles nichts: Wir haben erst Januar und damit ist es definitiv noch viel zu früh, um Stauden zu schneiden und den Garten “aufzuräumen”.  Der Winter fängt gerade erst an und er kann noch richtig kalt und frostig werden. Besser, Blumen und Stauden merken nichts davon und schlafen noch eine Weile unter ihrer schützenden Winterdecke aus Laub, verwelkten Pflanzen und aufgelegtem Tannengrün.

Eingeschneiter Eucalyptus im Winter

Auch er muss abwarten: Eingeschneiter Eucalyptus im Winter

Warum ist warten richtig und wichtig?

Aufgescheuchte Insekten, die zwischen Laub, verwelkten Stauden und Gräsern bisher überwintert und damit überlebt haben, wüssten nach so einer verfrühten Aufräumaktion gar nicht wohin sie sich retten könnten. Wie schade. Geht es Gärtnerinnen heutzutage doch darum, im Einklang mit der Natur zu gärtnern. Damit auch Insekten, Vögel, Igel und andere Gartentiere ein Auskommen im Garten haben.

Also bitte lassen Sie ihren Garten im Winterschlaf! Nur da, wo Winterlinge und Schneeglöckchen zaghaft herauslugen, können Sie vorsichtig Laub beiseite räumen und so ein bisschen Platz schaffen für die ersten Frühblüher. Alles andere kann und muss warten. Ist ja nicht mehr lang.

Was macht die Gärtnerin im Winter?

Während der Garten schläft, ist Zeit, um Pläne zu schmieden. Welche Sommerblumen möchten Sie dieses Jahr säen und pflanzen?

Nur mit dem Bestellen des Saatguts sollten Sie nicht mehr so lange warten. Die besten Sämereien sind leider schnell vergriffen. Gleiches gilt für begehrte Stauden aus der Staudengärtnerei. Lilien sollten Sie jetzt ebenfalls vorbestellen. Sicher ist sicher.

Gärtnern im Winter. Nicht solange Schnee auf dem Lindelberg liegt.

Gärtnern im Winter? Nicht solange Schnee auf dem Lindelberg liegt. Gönnen Sie sich und Ihrem Garten die Ruhezeit, gehen Sie wandern, oder ziehen Sie einen Zitronenbaum auf dem Fensterbrett. Für alles andere ist es noch viel zu früh.

Warum ist Eile mit Weile so wichtig beim Gärtnern im Winter?

Sie gewinnen keine Zeit, wenn Sie zur falschen Zeit säen. Die Natur lässt sich nämlich nur ungerne austricksen. Damit Samen keimen und zu gesunden Pflanzen heranwachsen, müssen alle Faktoren zu einander passen, insbesondere Licht, Wärme, Luft und Feuchtigkeit.

  • Fehlt Licht, vergeilen Pflanzen und fallen schon nach wenigen Tagen um.
  • Fehlt Wärme, wachsen die Sämlinge nicht. Sie bleiben “hocken”.
  • Ist es den Sämlingen dagegen zu warm, wachsen sie zu schnell, ihre Triebe werden weich und fallen ebenfalls um.
  • Ist das Substrat zu nass, schimmelt alles. Gleiches gilt wenn die Luftfeuchtigkeit nicht für die jeweilige Pflanze passt. Auch hier gibt es erhebliche Unterschiede.

Weitere bestimmende Faktoren sind Dünger, das Substrat und dessen ph-Wert, und, und, und.

In unseren Breiten stimmt erst ab März die Lichtmenge am Fensterbrett und Sie können mit der Aussaat von Sommerblumen beginnen. Besser dran, und damit auch früher, sind Sie nur dann, wenn Sie ein Gewächshaus besitzen und es beheizen können. Doch aufgepasst: Viele Sämlinge brauchen nach dem Keimen erstmal wieder kühle Temperaturen. Ihnen wird es im Wohnzimmer über der Heizung schnell zu warm. Ein heller Fensterplatz in einem unbeheizten Zimmer ist ideal dafür.

Lesen Sie im Schwesterblog “Wo Blumenbilder wachsen”, wie Sie Sommerblumen vorziehen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Wann säen und Blumen vorziehen?

Wer lesen kann ist auch bei der Aussaat von Sommerblumen klar im Vorteil. Besorgen Sie sich einen Aussaatkalender (kostenlos im Internet) und richten Sie sich nach dessen Angaben. Oder lesen Sie die Rückseite der Samentüte. Dort finden Sie die jeweiligen Aussaat-, Pflanz- und Blühtermine.

Profigärtner schaffen es durch modere Technik, Temperatur und Licht so zu steuern, dass kultivierte Pflanzen “glauben”, der Winter sei vorbei, der Frühling ist da und sie müssen nun austreiben und bald blühen.

Derweil zum Träumen: Romantische Herzblüten für die Wand.